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Frust im eigenen Bett

Zuerst ist es wichtig für Mann und Frau, über den eigenen Frust mit dem Partner zu reden, denn niemand kann die Gedanken des anderen erraten. Nur wenn man von der Unzufriedenheit des anderen Bescheid weiß, kann man darauf eingehen und aktiv etwas verändern. Wichtig ist es, seine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, ganz gleich, ob es darum geht, wie man berührt werden und welche Praktiken man ausprobieren möchte oder ob es um die Gesamtsituation in der Beziehung geht. Diese Offenheit schafft eine Basis für gemeinsame Lösungsversuche. Auch eine Paartherapie sollte man nicht von vornherein ausschließen, denn eine gut funktionierende Beziehung ist die Basis für ein erfülltes Sexualleben.

Allgemein kann man aber sagen, dass Paare sich gegenseitig Nähe verschaffen und für den anderen interessant bleiben müssen. Dazu gehören auch gemeinsame Rituale, beispielsweise das Küsschen vor und nach der Arbeit, das fest eingeplante Sonntagsfrühstück im Bett oder regelmäßige Abende, an denen man Essen geht. Öfter neue Dinge zusammen auszuprobieren, verschaffen ebenfalls ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Es muss sich dabei nicht um etwas ausgefallenes Handeln, einfache Dinge, wie das erste Mal Sushi essen gehen oder eine Kartbahn besuchen machen Spaß und sorgen für neuen Gesprächsstoff. Zur Abwechslung könnte man beispielsweise in eleganter oder erotischer Kleidung den anderen überraschen, schafft man dazu noch eine romantische Atmosphäre, zeigt man offensichtlich, wie wichtig einem der Partner oder die Partnerin immer noch ist. Ebenso gilt es, für den anderen gepflegt und attraktiv zu bleiben, denn auch das ist eine Form von Aufmerksamkeit dem oder der Liebsten gegenüber. Dann sollte auch dem gemeinsamen Glück im Bett nichts mehr im Wege stehen.

Doch die Gründe für Frust im Bett sind darüber hinaus so vielschichtig, wie die Sexualität selbst. Bei Männern ist das häufigste Frustproblem neben Beziehungsstress wohl die Betroffenheit von Impotenz. Dabei muss man aber unterscheiden, ob Mann zu jeder Zeit keinen "hochbekommt" oder es nur bei der direkten Konfrontation mit der Sexualpartnerin passiert. Im ersteren Fall sollte man sich unbedingt an einen Facharzt wenden, um die körperlichen Ursachen abzuklären, um eine umfassende Beratung zu erhalten und Lösungsmöglichkeiten (beispielsweise in Tablettenform) vorgeschlagen zu bekommen. Urologen sind hier die richtigen Ansprechpartner. Steht anatomisch dem sexuellen Vergnügen theoretisch nichts im Wege, muss man sich Fragen zu seinem Alltag und Leben stellen. Steht man beruflich oder privat unter Druck, spiegelt sich das auch häufig im Bett wieder, denn Stress ist ein echter Lustkiller. Vergessen darf man außerdem nicht, dass das eigenen Unwohlsein sich auch auf die Umgebung auswirkt und man ein dementsprechendes Feedback erhält. Gelegentlich muss man sein Leben verändern und neue Wege gehen, um sich wieder befreit zu fühlen. Veränderungen belohnen auch das Gehirn und es wird von einem Hormoncocktail umspült, der sich in jeder Hinsicht positiv auf das Leben auswirkt. Natürlich darf man nicht unüberlegt alles auf den Kopf stellen, doch eine geplante Umgestaltung in Absprache mit dem - wenn vorhandenen - Lebenspartner bewirkt oftmals Wunder.

Unlust bei Frauen kann viele Ursachen haben. Ein Faktor sind sicherlich die Hormone. Im Verlauf des weiblichen Zyklus gibt es Tage, an denen Frauen gar keine Lust auf Sex verspüren und umgekehrt. Darauf sollte einfach Rücksicht genommen oder besonders sanft eingegangen werden. Die Wechseljahre haben ebenfalls negative Auswirkungen auf das Sexualleben der Frau. Hier kann eine Hormontherapie hilfreich sein, der Frauenarzt wird hierzu kompetent beraten. Außerdem bewirken die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren eine Verringerung der Scheidenflüssigkeit bei Erregung. Das kann den Akt mit dem Partner sehr unangenehm gestalten. Eine gute und einfache Lösung ist, mit Hilfe eines Gleitgels dem Problem Abhilfe zu verschaffen. Davon abgesehen, ist es wichtig für die Frau, mit dem eigenen Körper vertraut zu sein. Regelmäßige Selbstbefriedigung lehrt ihr, was sie erregt. Dieses Wissen kann sie an den Partner weitergeben. Und zusätzlich trainiert man den Orgasmus, was eine höhere Chance auf einen Höhepunkt mit dem Partner birgt.